Rechenzentrum Doppelboden

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Der Doppelboden

Der Doppelboden ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil vieler neuer Rechenzentren. Aber warum? Wofür gibt es ihn und welchen Sinn hat er? Nachfolgend einige Gedanken zum Thema Doppelboden.

Frei nach DIN EN 50600 (siehe auch "Die Rechenzentrumsnorm DEN EN 50600 (VDE 0801-600) in Kürze") ist der Doppelboden ein System, das aus vollständig abnehmbaren und austauschbaren Bodenplatten besteht, die auf verstellbaren Untergestellen aufliegen, wobei die Untergestelle durch Tragbalken miteinander verbunden werden, um den unter dem Boden liegenden Bereich für Gebäudedienste nutzbar zu machen.

Nach wie vor, auch im Zeitalter von Reihenkühlung, Rack-Kühlung und Airhandlern, ist die Klimatisierung von Rechenzentren mittels Umluft-Präzisionsklimageräten (CRAC oder CRAH) die erste Wahl. Auf die Gründe hierfür wird in diesem Artikel nicht eingegangen. Hier geht es um den Doppelboden, der in Verbindung mit Umluft-Präzisionsklimageräten höchste Zuverlässigkeit und Effizienz sicherstellt.

In der Vergangenheit beherbergte der Doppelboden "Gebäudedienste" wie Stromkabel, Datenkabel und Rohrleitungen, und die kalte Luft musste sich mühsam ihren Weg zu den Luftauslässen bahnen. Hier hat sich inzwischen einiges geändert. Das Bewusstsein, dass der primäre Zweck des Doppelbodens in der Zuführung kalter Luft zu den Servern besteht, ist inzwischen weit verbreitet und so wird die Verkabelung meistens oberhalb der Racks geführt. Auch die Doppelbodenhöhen werden heutzutage so geplant, dass die Luft in diesem Zuluftkanal ausreichend Platz hat, um ohne große Widerstände und Verluste zum Ziel zu kommen.

Sehr wichtig beim Einsatz eines Doppelbodens für die Luftverteilung ist dessen Dichtigkeit. Es ist darauf zu achten, dass die kalte Luft den Doppelboden nur dort Richtung Server verlässt, wo es auch sinnvoll und geplant ist. Leckagen an Kabeldurchführungen, unterhalb von Racks oder an Wandanschlüssen müssen sorgfältig verschlossen werden. Doppelbodenplatten, die für Wartungszwecke entfernt werden, stören die Luftverteilung. Dies sollte auf ein notwendiges Minimum reduziert werden.

Doppelbodenplatten

Der Doppelboden bildet einen gemeinsamen Pfad für die kalte Zuluft von einer Vielzahl von Umluft-Präzisionsklimageräten, die die kalte Luft in den Doppelboden einblasen, zu den Servern, die wiederum über eine Vielzahl von Öffnungen im Doppelboden mit kalter Luft versorgt werden. Mittels der Regelung eines stabilen, geringen Überdrucks im Doppelboden ist die Versorgung mit kalter Luft aus dem Doppelboden im Rechenzentrum immer und überall sichergestellt, auch wenn einmal ein Umluftklimagerät für Wartungszwecke abgeschaltet wird. Man erhält einen Grad an Zuverlässigkeit, der nur mit dieser Art der Klimatisierung erreicht werden kann.

Höchste Effizienz wird erreicht, indem die Öffnungen im Doppelboden, durch die die Server in den Racks mit kalter Luft versorgt werden, intelligent regelbar ausgeführt werden (siehe auch "Effizienzsteigerung durch Doppelbodenplatten mit regelbarem Öffnungsgrad"). Gesteuerte, regelbare Luftklappen variieren ihren Öffnungsgrad je nach Kühlbedarf der Serverracks, die sie mit kalter Luft versorgen. So muss nur die Menge an Luft zirkulieren, die tatsächlich zur Abfuhr der von den Servern erzeugten Wärme erforderlich ist.


Fazit

Der Doppelboden hat nach wie vor seine Daseinsberechtigung und bietet gegenüber anderen Klimatisierungssystemen deutliche Vorteile bei der Luftverteilung im Rechenzentrum.

Über den Autor

Über den Autor

Benjamin Petschke wurde 1969 in Deutschland geboren. Nach dem Physikstudium begann er 1996 für STULZ zu arbeiten. Seit dem war Herr Petschke in verschiedenen Positionen in der Entwicklung, dem Export und der Marketingabteilung beschäftigt. Mit über 19 Jahren Erfahrung im Bereich Rechenzentren hat er sich auf das Design von Rechenzentrumsklimasystemen, Energieeffizienzoptimierung sowie Akustik spezialisiert.

Herr Petschke arbeitet eng mit dem Joint Research Centre der Europäischen Kommission für den Code of Conduct on Data Centre im Bereich Best Practices zusammen sowie kürzlich auch mit der deutschen DKE bei der Erarbeitung der DIN EN 50600, Information technology – Data Centre facilities and infrastructures.

Er hat mehrere White Paper zu Themen wie "Data Center Cooling – Best Practice" und "Effiziente Klimatisierung von Rechenzentren – Dynamic Free Cooling" verfasst.

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